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Die Künstlerförderung des Kantons Basel-Stadt
Schon in den Jahren 1904 und 1912 erbat sich die Basler Künstlergesellschaft vom Regierungrat "die Ernennung einer ständigen, mehrheitlich aus Künstlern bestehenden Kommission für alle Angelegenheiten staatlicher Kunstübung" sowie einen laufenden Kredit im Budget für künstlerische Zwecke. Vergeblich.
Es brauchte einen weiteren Vorstoss mit einem Brief vom 8. April 1919, verfasst von der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten, Sektion Basel. Dank Regierungrat Fritz Hauser wurden damals in unbürokratischer Zügigkeit Reglemente und Kredite geschaffen und von der Regierung akzeptiert. Am 24. November desselben Jahres 1919 konnte die erste Kommissionssitzung des Kunstkredits stattfinden.
Der Kunstkredit wurde von Künstlern (von Künstlerinnen war damals noch nicht die Rede) ins Leben gerufen. Die Statuten binden denn auch die Institution ungewöhnlich eng an die Mitsprache der Künstler: In der auch als Jury amtenden, damals siebenköpfigen Kommission, musste die Mehrzahl - nämlich vier Mitglieder - Künstler sein. Zwei Jahrzehnte später wurde die Kommission auf zwölf Mitglieder aufgestockt. In den Genuss des Kunstkredits sollen "Basler" kommen. Der Begriff wird - der traditionsreichen Offenheit der Stadt entsprechend - grosszügig ausgelegt: Neben Kantonsbürgerinnen und Kantonsbürgern sind auch Künstlerinnen und Künstler zugelassen, die seit mindestens einem Jahr in den Kantonen Basel-Stadt oder Basel-Landschaft wohnhaft sind oder zum Basler Künstlerkreis gehören und Mitglied einer baslerischen Berufsorganisation sind oder regelmässig an Basler Ausstellungen teilnehmen.
Laut erstem Reglement sind die vom Kunstkredit ausgeschriebenen Werke "zur Ausschmückung öffentlicher Gebäude, besonders an den dem Volk zugänglichen Orten" bestimmt. Die immer wieder ausgezeichneten Resultate sowohl in den "Allgemeinen Wettbewerben" als auch in den auf Einladung erfolgten "Engeren Wettbewerben" liessen im Laufe der Jahrzehnte eine umfangreiche, repräsentative Kunstsammlung mit heute über 5000 Werken entstehen.
Sechzig Jahre lang blieben die vom Kunstkredit betreuten Aufgaben weitgehend an ein Gebäude, eine Parkanlage, eine Nische gebunden. Erst mit den Grossprojekten im Strassenbau und den entsprechenden Prozenten kam die "Kunst auf die Strasse". So führte beispielsweise der Millionenbau der Strassen- und Ueberführungsanlage bei der Heuwaage zu verschiedenen Ausschreibungen. Paul Suter erstellte drei signalhafte Eisenplastiken, um den eintönigen Ablauf des Viadukts zu rhythmisieren. Michael Grossert entwarf anfangs der siebziger Jahre für die Anlage bei der Heuwaage eine farbig bemalte Plastik aus Kunststoff, die bis heute als wundersamer, fremder Vogel erscheint, der sich an unwirtlichem Ort niederliess, um die Botschaft einer vielleicht letzten Heiterkeit zu bringen. Aber fremde Vögel erregen oft Ärgernis. Es hagelte empörte Leserbriefe. Ein Grossrat verlangte die Kürzung des Kunstkredits als Protest gegen "die Verschandelung der Stadt durch den Kunstkredit". Und eines Morgens war der schöne Asylant Grosserts schwarz besudelt, so planmässig vorbereitet, dass die Entfernung fast unmöglich war.
Langsam begann in der Kommisson des Kunstkredits die Idee Fuss zu fassen, Kunstwerke müssten nicht stets Ewigkeitswert beanspruchen. So entstand hie und da ein vergnügliches "Strassenmuseum" mit eingeplanter Vergänglichkeit. Mauern und Wände, zum späteren Abbruch verurteilt, wurden zur Bemalung ausgeschrieben.
Mit der Erweiterung des Kunstbegriffs wurden vor zwei Jahrzehnten Performances und kurzfristige Installationen ins Programm aufgenommen. In den vergangenen Jahren wurden gezielt künstlerische Arbeiten in den Bereichen Internet, interaktive Installationen und digitale Technologien gefördert.
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